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Presse: UniCredito kann HypoVereinsbank in 5 selbstständige AGs zerlegen


17.08.2005
aktiencheck.de

Die italienische UniCredito Italiano S.p.A. (ISIN IT0000064854 / WKN 850832) hat sich nach Informationen der "WirtschaftsWoche" in der Vereinbarung zur Übernahme der Bayerische Hypo- und Vereinsbank AG (ISIN DE0008022005 / WKN 802200) die Möglichkeit einräumen lassen, die bayerische Großbank in fünf rechtlich selbständige Aktiengesellschaften aufzuteilen.

Im Business Combination Agreement, das von den Vorständen unterzeichnet wurde, heißt es einem Vorabbericht der "WirtschaftsWoche" nach, dass die bestehende HypoVereinsbank "aus übergreifenden Geschäftsbelangen der gemeinsamen Gruppe in bis zu fünf getrennte rechtliche Einheiten" zerlegt werden kann - vier Geschäftseinheiten und eine Serviceeinheit. Damit könnte die UniCredito dem Bericht zufolge in Deutschland eine selbständige Privatkundenbank oder eine eigenständige Mittelstandsbank formieren – und gegebenenfalls verkaufen. Denn der Bestandsschutz der UniCredito für die Münchner Großbank ist "sehr weich formuliert", sagte ein Münchner Banker dem Magazin.


HypoVereinsbank-Aufsichtsrat Hanns-Peter Kreuser, der dem Gremium als Arbeitnehmervertreter angehört, bestätigte dem Bericht zufolge, dass die Vereinbarung den Fortbestand der Bank nicht absichert. "Darin gibt es keine explizite Bestandsgarantie", so Kreuser. Der Schutz für die Bank sei demnach lediglich daraus abgeleitet, dass die acht Mitglieder, die die Münchner künftig für den gemeinsamen Aufsichtsrat benennen dürfen und die eine Art Sperrminorität im Gremium haben, für fünf Jahre bestellt seien - eine extrem vage Garantieform. Wenn komplette Konzernteile verkauft werden sollen, ist das Vetorecht der von der HypoVereinsbank entsandten Aufsichtsräte in dem Papier sogar ausdrücklich ausgenommen, sagte Aufsichtsrat Klaus Grünewald, Vertreter der Gewerkschaft Verdi, dem Magazin. "Wenn beispielsweise die Veräußerung des gesamten Retailgeschäfts geplant ist, kann München die Veräußerung nicht torpedieren."

UniCredito-Chef Alessandro Profumo hat deshalb nach Angaben von Kennern der Vereinbarung auch vor der Fünf-Jahres-Frist das Recht, die HypoVereinsbank aufzuteilen und gegebenenfalls zu verkaufen, wenn die Ziele der Mehr-Jahres-Planung nicht erreicht werden. Offiziell heißt es der Zeitschrift zufolge bei der HypoVereinsbank, das Geschäftsmodell und die Geschäftsfelder der Bank seien durch die Garantie gesichert, aber das Modell sei nicht für alle Zeit zementiert. Eine HypoVereinsbank-Sprecherin sah in der Vereinbarung "keine Gefahr der Zerschlagung".

Die Aktie der HypoVereinsbank notiert derzeit im Xetra-Handel bei 22,89 Euro (-0,48 Prozent). Die UniCredito-Papiere notieren derzeit in Mailand bei 4,59 Euro (-0,41 Prozent).



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